In diesem Video geht es um einen neuen Forschungsansatz zur Behandlung der Dupuytren-Erkrankung, der darauf abzielt, nicht nur bestehende Fingerkrümmungen zu behandeln, sondern das Fortschreiten der Erkrankung bereits im frühen Stadium zu verhindern.
Viele Dupuytren-Knoten bleiben stabil oder bilden sich sogar zurück. Bei einigen Patienten schreitet die Erkrankung jedoch weiter fort – ausgehend von diesen Knoten. Genau hier setzt eine Forschungsgruppe aus Oxford an.
Grundlage ist das bekannte Krankheitsmodell, nach dem sich in den Knoten sogenannte Myofibroblasten befinden, die durch Kontraktion die typischen Gewebeverkürzungen verursachen. Die Forscher untersuchen, ob sich diese Zellen gezielt beeinflussen lassen, um das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen.
In ersten Laborversuchen zeigte ein bereits bekanntes Medikament, das ursprünglich aus der Rheumatherapie stammt, einen positiven Effekt: Die Aktivität der krankheitsrelevanten Zellen nahm deutlich ab. In einer anschließenden klinischen Studie wurde das Medikament bei Dupuytren-Patienten mit einem Placebo verglichen.
Nach etwa eineinhalb Jahren zeigte sich, dass die Knoten in der Behandlungsgruppe an Festigkeit verloren, während sie in der Placebogruppe weitgehend unverändert blieben.
Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse bleibt unklar, ob sich damit tatsächlich das langfristige Fortschreiten der Erkrankung verhindern lässt, da die Dupuytren-Erkrankung sehr langsam verläuft und längere Beobachtungszeiträume notwendig wären.
Dennoch stellt dieser Ansatz einen wichtigen Perspektivwechsel dar: Ziel ist nicht mehr nur die Korrektur der Fingerkrümmung, sondern möglicherweise deren frühzeitige Verhinderung.