Bei ersten Anzeichen einer Streckbehinderung im Rahmen der Morbus Dupuytren wird Patienten häufig noch geraten, zunächst abzuwarten und erst bei deutlicher Verschlechterung zu operieren. Diese eher klassische Sichtweise orientierte sich lange Zeit vor allem am Ausmaß der Streckblockade, etwa ab einer Beugestellung von 30 Grad.

Heute weiß man jedoch, dass nicht nur der Winkel entscheidend ist, sondern vor allem die Struktur des erkrankten Gewebes.

Prof. Reichert erklärt dies anschaulich mit zwei Bildern: einer „Spaghetti“ und einer „Makkaroni“. Ein dünner, klar abgegrenzter Bindegewebsstrang („Spaghetti“) hebt sich meist gut von der Umgebung ab, ist wenig mit Haut oder Untergewebe verwachsen und eignet sich gut für minimalinvasive Verfahren wie die perkutane Nadelfasziotomie (PNF). Hier kann eine Durchtrennung oft ausreichen, um die Beweglichkeit wiederherzustellen.

Ganz anders ist die Situation bei einem dicken, knotigen und breit verwachsenen Strang („Makkaroni“). In diesen Fällen ist das Gewebe häufig fest mit Haut und Unterhaut verbunden, sodass eine PNF nicht zu einer ausreichenden Lösung führt. Hier ist meist eine operative Entfernung erforderlich.

Zusätzlich kann eine frühe PNF in geeigneten Fällen auch den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, selbst bevor eine ausgeprägte Gelenkblockade entstanden ist.

Fazit: Nicht allein der Grad der Fingerkrümmung entscheidet über die Therapie bei Morbus Dupuytren, sondern vor allem die Beschaffenheit und Ausdehnung des betroffenen Gewebes.

 

Das Makkaroni-Problem 😉 #gutlebenmitdupuytren
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