Im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung für junge Handchirurginnen und Handchirurgen wurde die Behandlung der Dupuytren-Erkrankung aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Ziel des Vortrags war es, auch scheinbar einfache chirurgische Entscheidungen kritisch zu hinterfragen und die Bedeutung sorgfältiger Technik für das Behandlungsergebnis hervorzuheben.
Ein Schwerpunkt lag auf der Diagnostik und Indikationsstellung. Die klinische Diagnose ist in der Regel einfach möglich, während für die Therapieentscheidung vor allem funktionelle Aspekte wie die Art der Strangbildung, die Gelenkbeteiligung und insbesondere die Hautqualität entscheidend sind.
Ein weiterer Teil des Vortrags widmete sich der perkutanen Nadelfasziotomie (PNF). Diese minimalinvasive Methode ist in vielen Ländern etabliert und kann eine schnelle funktionelle Verbesserung erzielen. Studien zeigen insgesamt eine niedrige Rate schwerer Komplikationen, insbesondere von Nervenschädigungen. Gleichzeitig wird diskutiert, inwieweit die Methode in Deutschland unterschätzt wird, während sie international zunehmend als Standardverfahren gilt.
Auch die operative Technik wurde detailliert besprochen. Dabei wurde betont, dass nicht nur die Schnittführung, sondern insbesondere der sorgfältige Umgang mit der Haut entscheidend für das Ergebnis ist. Bei schlechter Hautqualität oder Narbenbildung kann eine erweiterte Rekonstruktion bis hin zu Lappenplastiken notwendig werden.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Nachbehandlung. Frühfunktionelle Mobilisation, geeignete Verbandstechniken und eine individuell angepasste Therapie sind entscheidend, um Steifigkeit zu vermeiden. Die Nachsorge bleibt dabei eine zentrale Aufgabe des Operateurs.
Abschließend wurde auf neue Entwicklungen wie dynamische Extensionsschienen sowie auf aktuelle Literatur und weiterführende Informationsquellen hingewiesen.