In diesem Video beantwortet Handchirurg Bert Reichert eine Zuschauerfrage zur Behandlung der Morbus Ledderhose (Knotenbildung an der Fußsohle) mit dem Medikament Verapamil bzw. Verapamil.

Der Hintergrund: Verapamil ist ein ursprünglich aus der Herzmedizin stammender Wirkstoff, der als Calciumantagonist unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Aufgrund experimenteller Laborstudien wurde untersucht, ob der Wirkstoff auch auf Bindegewebszellen (Fibroblasten/Myofibroblasten) bei Erkrankungen wie Morbus Dupuytren oder Morbus Ledderhose wirken könnte.

Einige ältere experimentelle Arbeiten zeigten theoretisch Veränderungen von Fibroblasten unter Verapamil, was die Hoffnung auf eine positive Wirkung bei fibrotischen Erkrankungen weckte. In der Praxis – insbesondere bei der Peyronie-Krankheit – wurde Verapamil zeitweise eingesetzt, entweder als Injektion oder als Gel.

Die klinische Evidenz ist jedoch schwach: Es fehlen überzeugende Studien beim Menschen, und vorhandene Daten zeigen keine zuverlässige Wirksamkeit, insbesondere bei äußerlicher Anwendung, da der Wirkstoff das betroffene Gewebe kaum erreicht. Auch internationale Übersichten und Patientenberichte sind überwiegend kritisch oder enttäuschend.

Zudem ist Verapamil in der für diese Indikation diskutierten Form in Deutschland nicht verfügbar. Insgesamt wird die Behandlung daher als wissenschaftlich nicht ausreichend belegt und umstritten bewertet.

Fazit: Trotz theoretischer Ansätze gibt es derzeit keine überzeugenden Belege für den Einsatz von Verapamil bei Morbus Ledderhose oder verwandten fibrotischen Erkrankungen.

 

Verapamil bei 🦶Morbus Ledderhose: 🔮 wirklich wirksam?#gutlebenmitdupuytren
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