Behandlungs­möglichkeiten bei Morbus Dupuytren

Die Erkrankung verläuft individuell sehr unterschiedlich. Deshalb gibt es nicht „die eine richtige Therapie“, sondern verschiedene Behandlungsoptionen – abgestimmt auf Befund, Beschwerden und persönliche Situation.


Begleitendes Beobachten (Kontrolliertes Abwarten)

Nicht jede Dupuytren-Erkrankung muss sofort behandelt werden.

Gerade in frühen Stadien, wenn noch keine funktionelle Einschränkung besteht, ist es sinnvoll, den Verlauf zunächst zu beobachten. Die Erkrankung schreitet häufig langsam voran – manchmal über Jahre hinweg.

Durch regelmäßige ärztliche Kontrollen lässt sich rechtzeitig erkennen, ob und wann eine Behandlung notwendig wird. Dieses Vorgehen vermeidet unnötige Eingriffe und erhält alle therapeutischen Optionen für den richtigen Zeitpunkt.


Klassische Operation (limitierte Fasziektomie)

Bewährte chirurgische Entfernung des erkrankten Gewebes.

Über gezielte Hautschnitte wird das krankhaft veränderte Bindegewebe sorgfältig entfernt. Ziel ist es, die Finger wieder zu strecken und die Funktion der Hand zu verbessern.

Ein besonderer Schwerpunkt meiner operativen Technik liegt auf einem möglichst narbensparenden Vorgehen. Das bedeutet: präzise Schnittführung, schonender Umgang mit dem Gewebe und ein ästhetisch sowie funktionell optimiertes Ergebnis.


Dermofasziektomie

Erweiterte Operation mit Entfernung der Haut.

In seltenen Fällen ist nicht nur das darunterliegende Gewebe, sondern auch die Haut selbst krankhaft verändert oder stark mitbetroffen. Dann kann es notwendig sein, Haut und erkranktes Gewebe gemeinsam zu entfernen.

Da dabei ein Hautdefekt entsteht, wird dieser im gleichen Eingriff durch eine Hautverpflanzung gedeckt. Diese Methode wird nur bei speziellen Befunden eingesetzt, kann dann aber helfen, das Risiko eines Wiederauftretens zu reduzieren.


Segmentale Fasziektomie

Gezielte, begrenzte Entfernung einzelner Stränge.

Diese Technik stellt einen Mittelweg zwischen klassischer Operation und minimalinvasiver Behandlung dar. Es wird nur ein kleiner Abschnitt des erkrankten Gewebes entfernt, anstatt großflächig zu operieren.

Die segmentale Fasziektomie kann sinnvoll sein, wenn eine vollständige Operation nicht notwendig erscheint, aber eine reine Durchtrennung (wie bei der Nadelfasziotomie) nicht ausreicht.


Nadelfasziotomie (perkutane Nadelfasziotomie, PNF)

Minimalinvasive Behandlung ohne Hautschnitt.

Dabei werden die verhärteten Bindegewebsstränge über kleine Hautpunktionen mit einer feinen Nadel gezielt geschwächt und anschließend vorsichtig gedehnt.

Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant, mit schneller Erholung und ohne größere Wunde. Besonders geeignet ist diese Methode bei bestimmten Strangformen und weniger ausgeprägten Kontrakturen.


Schienen und Orthesen

Unterstützung für ein stabiles Behandlungsergebnis.

Spezielle Schienen oder Orthesen können nach einer Behandlung eingesetzt werden, um das erreichte Streckergebnis zu stabilisieren oder die Heilung zu unterstützen.

Sie kommen individuell angepasst zum Einsatz – je nach Therapieform, Befund und Heilungsverlauf. Entscheidend ist dabei nicht nur das Tragen der Schiene, sondern auch eine sinnvolle Kombination mit Bewegung und funktioneller Nachbehandlung.