Können Stoßwellen helfen?

Vor einiger Zeit bat mich ein Zuschauer dieses Kanals darum, etwas über die Behandlung der Dupuytrenkrankheit mit Stoßwellen zu sagen. Vor 40 Jahren war es das erste Mal gelungen, Nierensteine mithilfe einer solchen Behandlung zu zertrümmern und so dem Patienten eine Operation zu ersparen. Es ist deswegen naheliegend zu fragen, ob das nicht genauso auch mit der Dupuytrenkrankheit gehen könnte. Kann man nicht einfach Stoßwellen anwenden und die Verhärtungen verschwinden? Nun, ganz so einfach ist es leider nicht, aber es gibt eine interessante aktuelle Studie aus Hannover, die vielleicht einen ersten Ansatz aufzeigen kann. Darüber berichte ich heute.

Das war’s schon wieder!

Viel früher als erwartet wurde die geplante Anzahl an Studiennteilnehmern für unsere Phase II-Studie erreicht. Es geht hier wieder um die Erprobung eines neuartigen Enzyms zur Behandlung der Dupuytrenkrankheit. Ursache für diese Entwicklung ist vor allem da enorme Interesse, das diese neue Methode in den Zentren in Europa ausgelöst hat, die an der ersten Studie noch nicht teilgenommen hatten. Die Erwartungen sind also hoch!

Eine Folgestudie ist allerdings bereits in Vorbereitung. Wir freuen uns über Ihr Interesse, falls sie an die Dupuytrenkrankheit leiden.

 

Kurze Wege: heimatnahe Versorgung

Nicht zum ersten Mal fragte mich ein Dupuytrenpatient aus einer entfernten Region in Deutschland, ob er vielleicht heimatnah eine Nadelfasziotomie erhalten könnte.

Ich nehm das zum Anlass, zur dieser Frage noch einmal allgemein zu informieren.

Kernspintomographie (MRT) bei der Dupuytrenkrankheit

Für die richtige Diagnose braucht man keine komplizierten Untersuchungen: die Dupuytrenkrankheit hat derart typische Merkmale, dass man sie mit etwas Erfahrung sicher erkennen kann. Darum sieht man zum Beispiel kernspintomographische Bilder dieser Erkrankung nur sehr selten. 

Zufällig wurde bei einem meiner Patienten die Erkrankung mit abgebildet, als es eigentlich um ein ganz anderes Problem ging. Das dabei angefertigte Bild stelle ich Ihnen hier einmal vor.

Kann man Dupuytren aufhalten?

Die Dupuytrenkrankheit zeigt sich zuerst in Form von kleinen Knoten in der Hand. Davon ausgehend entwickeln sich bei manchen Menschen weitere Verhärtungen. In diesem Video erzähle ich von einem völlig neuen Versuch, diesen Prozess zu verhindern. Die Hoffnung ist, dass ein Medikament dazu genutzt werden kann, die Veränderungen in den Knoten zu blockieren.

Finger krumm trotz OP

Man kann das vor einer Operation nicht genau wissen: ist mein Finger wieder ganz normal, wenn der Dupuytrenstrang entfernt wurde? Leider gelingt das nicht immer. Mit der Zeit kann sich ein Gelenk an die andauernde Beugestellung gewöhnen und verliert die Fähigkeit zur vollständigen Streckung. Ein ganz bestimmtes Fingergelenk ist dafür besonders berüchtigt…

Anschlusstreffer!

Kollagenase doch überlegen?

Schon kurz nach der Markteinführung von XIAPEX® in Deutschland interessiert man sich dafür, ob Kollagenase für Patienten im Vergleich mit der Nadelfasziotomie Vorteile hat.  In den folgenden Jahren wurden verschiedene Studien aufgelegt, die diese Frage prospektiv untersuchen und klären sollten. Alle kamen zum Ergebnis, dass beide Methoden letztendlich dieselben Ergebnisse haben. Unterschiede fanden sich nicht. Das ist nun in einer soeben publizierten Studie anders. Hier hat die Kollagenase doch Vorteile.

Wer nachlesen will, kann die entsprechenden Originalarbeiten hier finden:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29975270/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30012049/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36342689/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28473158/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32459776/

Update

Der Zeitraum, in dem sich das Wissen der Menschheit verdoppelt, wird immer kürzer. 1950 waren es 50 Jahre, 1980 sieben Jahre, 2010 knapp vier Jahre und Experten schätzen, dass sich das Wissen im Jahr 2020 innerhalb von nur 73 Tagen verdoppelt hat. Gerade in der Medizin war der Wissenszuwachs in den vergangenen Jahrzehnten enorm (Bayerische Landesärztekammer). Wenn so viel in Bewegung ist: gibt es dann auch Fortschritt bei der Dupuytrenkrankheit? Ist mein Video über den „richtigen Zeitpunkt“, welches ich vor drei Jahren produziert habe, noch aktuell?

Fall der Woche: Herr Wolf berichtet

Vor kurzem hatte ich Sie gefragt, welche Art von Clips Sie in Zukunft am liebsten sehen möchten. Mit 71 % ist die Kategorie Der Fall der Woche – eine individuelle Behandlung eindeutige Siegerin geworden. Damit habe ich eigentlich gar nicht gerechnet. 

Aber natürlich habe ich trotzdem eine interessante Geschichte für Sie.  

Heute erzähle ich Ihnen von Herrn Wolf, einem Patienten, bei dem die Dupuytrenkrankheit schon zu Streckblockaden an zwei Fingern der rechten Hand geführt hatte. Eigentlich hatte er in der Hoffnung, noch für eine weniger invasive Behandlung wie die PNF in Frage zu kommen, einen relativ langen Weg auf sich genommen. Für eine Nadelfasziotomie kam er aber  leider nicht infrage. Die Verwachsungen in seiner Hand waren dafür leider schon zu ausgeprägt. 

Ich hatte schon einmal ein kurzes Video zu dieser Frage gemacht, Pasta-Freunde werden sich erinnern. 

Es blieb also nur die Operation. 

Bei Herrn Wolf konnte ich eine besonders schonende Variante anwenden, bei der man mit sehr wenigen Schnitten auskommt. Was es damit auf sich hat, werde ich in einer der nächsten Folgen etwas ausführlicher beschreiben.

Eine weitere Besonderheit ist, dass Herr Wolf die Behandlung mit eigenen Video Clips eindrucksvoll dokumentiert hat. Er erzählt selbst, wie es ihm am Tag vor der Operation und dann in den Wochen danach erging. 

Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er mir seine Aufnahmen für diesen Kanal zur Verfügung gestellt hat. Sie sollten sich das anschauen, authentischer gehts nicht!

Dumm gelaufen: OP misslungen?

Zweimal kamen in dieser Woche neue Patienten und zeigten Knoten in ihren Händen, die nach einer Operation gewachsen waren. Es waren Dupuytrenknoten. Sie waren enttäuscht und dachten, die OP sei schlecht gemacht worden – so ist es aber nicht. In einem Clip hatte ich das schon einmal erklärt.  Wer die Veranlagung zur Dupuytrenkrankhei hat, kann solche Knoten entwickeln, wenn zum Beispiel eine Operation den entsprechenden Reiz auslöst.

Wer einen schnellenden Finger hat, sollte sich vielleicht lieber erst einmal mit einer Cortisonspritze behandeln lassen. Dann ist die Gefahr in der Knotenbildung geringer, wie diese aktuelle Studie herausgefunden hat. Und wenn dann doch eine OP sein muss, sollte der Operateur möglichst peripher schneiden, um eine Verletzung der Faserplatte zu vermeiden. Ich mache das so und habe bislang noch keine neu aufgetretenen Knoten gesehen.